Leras

Erscheinung und Zyklus

Leras ist der größte der drei Monde, so groß, dass man ihre Oberfläche mit bloßem Auge sehen kann – Krater, Ebenen, mysteriöse Formationen. Sie erscheint in verschiedenen Farbtönen: Manchmal silberweiß, manchmal bläulich, manchmal mit einem goldenen Schimmer. Ihr Zyklus ist schneller als Atkaris – sie durchläuft ihre Phasen in nur 19 Tagen. Dieser ungleiche Rhythmus führt dazu, dass die beiden Monde sich in ständig wechselnden Konstellationen treffen.

Domäne der Meere

Leras ist die Herrin der Ozeane und aller Gewässer. Ihre Anziehungskraft bewegt die Meere:

Ebbe und Flut

Die Position von Leras bestimmt die Gezeiten:

  • Bei Vollmond und Neumond (wenn Leras mit Phönix oder gegen ihn steht) sind die Gezeiten am extremsten – "Springflut"
  • Bei Halbmond sind die Gezeiten am schwächsten – "Nippflut"
  • Zweimal täglich steigen und fallen die Wasser, dem Tanz von Leras folgend Seefahrer, Fischer und alle Küstenbewohner leben nach Leras' Rhythmus. Hafenstädte haben detaillierte Gezeitentabellen, die die Positionen von Leras vorhersagen.

Stürme und Naturkatastrophen

Leras ist impulsiv und launisch – ein Erbe ihrer Mutter Azaria. Wenn sie zornig ist, manifestiert sich dies in der Natur:

  • Stürme auf See, die Schiffe verschlingen
  • Flutwellen, die Küsten verwüsten
  • Wirbelstürme und Orkane
  • Springfluten, die über ihre normalen Grenzen hinausgehen Besonders gefährlich wird es, wenn Leras und Atkari beide als Vollmond am Himmel stehen – eine seltene Konstellation, die "Doppelmond" genannt wird. In solchen Nächten können katastrophale Fluten entstehen, und das Meer scheint wild und unberechenbar zu werden.

Wesen und Natur

Leras verkörpert:

  • Das Meer – in all seiner Schönheit und Gefahr
  • Veränderung – wie die Gezeiten, die kommen und gehen
  • Emotionen – wild, tief, unberechenbar
  • Naturgewalt – roh, mächtig, unaufhaltsam
  • Freiheit – das Meer kennt keine Grenzen oder Herren

Die Kinder von Leras

Aus Leras entstanden die Elfen – die Leras-Elfen, wie sie in alten Texten genannt werden. Sie waren ursprünglich Wesen der Traumlande und des Wassers, wild und frei wie ihre Muttergöttin. Später spalteten sie sich in verschiedene Völker:

  • Hochelfen (Waldelfen) – jene, die das Land wählten
  • Eladrin – jene, die in den Traumlanden blieben
  • Dunkelelfen – jene, die unter die Erde gingen Auch die Feen stammen von Leras ab, besonders die Wasserfeen und Seedryaden.

Verehrung

Leras wird vor allem von Seefahrern, Fischern und Küstenbewohnern verehrt, aber auch von Elfen, die in ihr ihre Urmutter sehen. Ihre Tempel stehen an Küsten, auf Klippen oder auf Inseln. Opfergaben für Leras werden ins Meer geworfen – Münzen, Blumen, manchmal auch Blut. Vor großen Seereisen beten Kapitäne zu ihr um sichere Passage. Gebete an Leras sind sowohl Bitten um Gnade ("Lass deine Wut an uns vorüberziehen") als auch Danksagungen ("Danke für die Fische, die du uns gegeben hast") als auch Beschwörungen ("Erhebe dich und zerschmettere unsere Feinde").